Kurzchronik

1314 - Am 22. Ferbruar 1314 waren die Ritter von Kuppingen -die Hamelinge- gezwungen, nahezu ihr gesamtes Hab und Gut an den Pfalzgrafen von Tübingen zu verkaufen. Dabei wurden auch Leibeige mitverkauft. Dies ist das älteste Dokument, in dem unser Dorf erwähnt wird. 

".../ unn mit namen ain mensche / und des Kint in dem Dorfe ze Oesingen /..."

Damit können wir 2014 das 700jährige Bestehen von Oberjesingen feiern.

Weitere Details dazu: http://www.oberjesingen700.de/index.php/kurze-chronik/urkunde-von-1314

um 250 - Schon lange vorher wohnten hier Menschen. Bereits zur Römerzeit verlief eine Straße vom heutigen Rottenbug/N nach Pforzheim durch das Gebiet unseres Ortes. Nördlich konnten durch Google-Earth Aufnahmen die Grundmauern eines römischen Anwesens entdeckt werden. 

um 650 - Ein Frauengrab aus jener Zeit mit Kette und Spange am östlichen Orstrand belegt die Anwesenheit der Alemannen.Kette aus Alemannengrab

Kette aus Alemannengrab

1315 bis 1353 - Jeßingen, Üsingen Yesingen und zuletzt Jesingen taucht in diversen Kaufverträgen auf.

1370 - In Jesingen gibt es eine Kappelle.

1382 - Der Ort wird von Tübingen an Württemberg verkauft und bleibt seither dort.

1518 - Eine neugebaute Kapelle wird dem Heiligen Briccius geweiht.

Historische Ansicht

 

1525 - Reformation. Der Ort wird evangelisch.

1629 - Erstmals wird "Ober-Jesingen" genannt.

1635 - Im Dreißigjährigen Krieg ziehen Kaiserliche Truppen durch, in deren Folge wüten Hunger, Pest und Tod. Von 59 Familien überleben nur 17. Von 46 Wohnhäusern bleiben neun erhalten.  1674 werden wieder 25 Familien gezählt.

1688 / 1729 - Zwetschgen und Kartoffeln werden heimisch. 

1708 - Der Ort hat eine eigene Schule.

1716 - Ab diesem Jahr wird das Dorf "Oberjesingen" geschrieben.

1788 /1814 - Von ca. 1700 - 1850, während der sogenannten Kleinen Eiszeit herrschen verbreitet Seuchen und Hungersnöte. 1788 gab es schwere Unwetter im Gäu und auch in Oberjesingen. 1814 sterben im Mai, nach einem langen, kalten Winter ohnehin geschwächt, 31 Kinder an den Masern. Insgesamt sterben 51 Kinder in diesem Jahr, deutlich mehr als geboren wurden.

1802 1803 - Eine örtliche Feuerwehr wird gegründet und ein Spritzenhaus wird gebaut.

1817 / 1818 - Das Rathaus wird gebaut. Dezember 1818, Oberjesingen verläßt die Stabsgemeinde Kuppingen / Affstätt / Oberjesingen und wird eine selbstständige Gemeinde, die 1824 777 Einwohner zählt.









 

 

 

 

1839 - Der neue Friedhof im Osten des Ortes wird eingeweiht. Vorher wurden Erwachsene in Kuppingen beerdigt. Kleinkinder wurden im "Kirchhof" neben der alten Briccius-Kirche begraben.

1845 bis 1854 - In zehn Jahren wandern 144 Oberjesinger nach Amerika aus. Die schwierigen Zeiten zwangen die Menschen sich nach einer besseren Welt zu orientientieren. Einige schwierige Fälle "wurden ausgewandert", da die Gemeinde sie auf eigene Kosten abgeschoben hatte. Es erschien billiger, die Tunnichtgute los zu werden, als diese Sozialfälle zu dulden, die die Gemeinde zu versorgen hatte. Insgesamt verlassen von 1750 bis 1910 302 ihre Heimat, zuerst nach Osteuropa und dann nach Amerika. Darunter waren auch reiche Familien, die sich in der Neuen Welt" eine bessere Zukunft versprachen.

1854 - Ein Gemeinde-Backhaus wird errichtet.

1856 bis 1872 - Die ev. Kirchengemeinde etabliert sich. Die Kirchengemeinde im Dorf war ein Filial der Kuppinger Pfarrgemeinde, aus der sie sich zur Selbständigkeit herauslöste:  1856 - Eigener Haushalt. 1858 - Einweihung der neuen Briccius Kirche.  1872 - Das Pfarrhaus kann bezogen werden.





  

 

1899 - Das Schulhaus wird fertig. Dieses wurde später aufgestockt.

1905 / 1907 - Oberjesinger erhält den Anschluß: 1905 an die Elektriziät / 1907 an die Gäu-Wasserversorgung.

1896 bis 1921 - Genossenschaften werden gegründet: 1896 Raiffeisen Spar- und Dahrlehenskasse, 1907 die Molkereigenossenschaft, 1921 die Genossenschaftliche Getreidemühle nimmt den Betrieb auf.

1910 bis 1936 - Weitere Vereine entstehen: 1910 - Radfahrerverein, 1921 - Schützenverein,  1932 - Sportverein und 1936 - Obst- und Gartenbauverein.

1914 bis 1918 - Erster Weltkrieg: 41 Kriegsopfer sind zu beklagen. Man verkündigte den Ausbruch des Krieges mit Trommeln und musste bereits nach einer Woche drei Tote beklagen. Der Kanonendonner bei Straßburg war in Oberjesingen zu hören, und die Kriegsbegeisterung kehrte sich in blankes Entsetzen. Die Auswirkungen des Krieges und die der folgenden Währungsreform haben viele Oberjesinger sehr hart getroffen. Es gingen auch alle Stiftungsvermögen verloren.

1938 - Oberjesingen wird Gemeinde im neuen Kreis Böblingen. Oberamt Herrenberg wird ausgelöst.

1939 bis 1945 - Jeder zehnte Oberjesinger wird Opfer des 2. Weltkriegs, mit 46 Gefallenen, 20 Vermissten und drei Toten in der Heimat. Sie sterben im Zuge des Einmarsches der Franzosen. Dabei gab es vergleichsweise wenig Gebäudeschäden. Es gab jedoch schwere Kampfhandlungen rund um Oberjesingen, bei denen mindestens 24 Deutsche und sechs Franzosen gefallen sind. Die im Wald, nordwestlich des Ortes eingekesselten deutschen Truppen, starteten einen Gegenangriff und brachen in Richtung Schönbuch zum Rückzug aus.

Zum Gedenken aller Kriegsopfer wurde im Chor der Kirche, das "Rudolf Schäfer Bild" gestiftet.

nach 1945 - Nahezu 300 Heimatvertriebene können hier ihre neue Heimat finden. Ein starker Anstieg der Bevölkerung erfolgt im Zuge des Aufschwungs der Großunternehmen in Böblingen und Sindelfingen durch den Zuzug von Gastarbeitern und Arbeits- und Fachkräften aus dem In- und Ausland. Die Bevölkerungsstrukturen verändern sich grundsätzlich.

1972 - Eingemeindung nach Herrenberg. Es lebten bereits 1932 Menschen in der Teilgemeinde. Im Jahr 2000 waren es 2733.

| Administrator |

Copyright © Ortsgemeinschaft Oberjesingen 2012.